Von Anfang an zusammen

Babies wachsen wohl behütet im Mutterleib heran.  Wenn Sie dann endlich das Licht der Welt erblicken,  beginnt die Grausamkeit.  Es ist kalt, grell und sie werden zum ersten Mal untersucht. Heute geht das zwar ein wenig humaner, man legt das Neugeborene auf den Bauch der Mutter und es kann ein erstes Kennenlernen statt finden, doch die Routine bleibt. Zuhause wartet das liebevoll eingerichtete Kinderzimmer. es fehlt einfach an nichts.  Alles wohl durchdacht, alles hat seinen Rhythmus. Alles läuft nach Plan.

Doch wenn man sich das richtig überlegt, ist das eine so kluge Entscheidung, den Neuling sofort von der Mutter zu separieren?

In der Natur läuft das ganz anders ab. Mutter und Kind sind einfach untrennbar. Die Tierbabies werden genährt, gewärmt, geschützt und liebkost auf wunderbare Weise und nichts scheint zu stören. Mein Ältester ist ja nun auch schon 26 Jahre jung, doch vergesse ich den Moment niemals als er das Licht der Welt erblickte. Es war eine Hausgeburt. Eine schöne heimelige Umgebung, warm, abgedämpftes Licht und ganz viel Zeit auf Mamis Bauch. Erst mal ausruhen, Schutz und Geborgenheit finden. Mein Kind ist immer nah bei mir gelegen.  So ein kleines Wesen braucht nun mal den Schutz und die Geborgenheit und Wärme. es wird ruhig wenn es den Herzschlag der Mutter hören kann. Schließlich war das im Mutterleib genau so.

Mein Kind lag immer bei mir, obwohl das Kinderzimmer entsprechend vorbereitet war. Es war von Anfang an gedeihen möglich. Es konnte trinken wann es wollte… natürlich Muttermilch.  Kuscheln.  Ich war auch erstaunt wie rührig so ein Neugeborenens ist, wenn es die Nähe der Mutter sucht. Es robbt einfach solange suchend, bis es seine Mutter spürt. das ist doch schön und sehr wichtig für die gute körperliche, seelische und geistige Entwicklung des Kindes. Mehr braucht nicht zu sein.

Mir wurden auch jede Menge gute Ratschläge erteilt, wie man so einen Säugling handhaben sollte. Natürlich waren da unter anderm: das Kind muss von Anfang an im eigenen Bett schlafen, es muss ein Essens und Schlafrhythmus eingeführt werden, denn die Kleinen seien ja schnell verzogen.  Sie brauchen einen Schnuller,, denn wenn sie den Daumen in den Mund stecken, bekommen sie schiefe Zähne, man sage mir sogar, ich muss mehr Zucker zu mir nehmen, damit die Muttermilch schön süß ist.

Ich habe mir das zwar brav angehört, denn ich merkte bald, gegen so eine beballte Ladung an Erfahrung, das mir wohlwollende Mütter entgegen brachten konnte ich ohne hin nicht ankommen. Also schwieg ich,  und handelte, wie es sich für mich am Besten anfühlte. Also das Kind lag bei mir, ich habe mich an den Rhythmus des Kindes angepasst und das lief prima. Es gab auch keinen Schnuller. es war ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind und alles andere wurde mit einbezogen.

Was ich damit sagen will ist folgendes: ein Kind das von Anfang an, von der Mutter getrennt sein muss, lernt Distanz. Ein Kind das von Anfang an einen Schnuller reingesteckt bekommt, damit es nicht schreit, lernt, ich darf meine Bedürfnisse nicht ausdrücken.  Aus diesen kleinen Anfängen, entwickeln sich Menschen mit Distanz, die  nicht wirklich Geborgenheit und Nähe sowie Liebe ertragen können.  Das ist sehr traurig und wir brauchen uns nicht zu wundern, dass so viele Menschen dieses Problem haben.

Statt dessen wächst der Wunsch nach Ersatzbefriedigung wie Zigaretten, Süßes, Alkohol, Drogen, Fernsehen, Konsumrausch, oberflächliche Beziehungen.  Sicher ließe sich noch mehr finden.  das alles natürlich erst im Jugendlichen – und Erwachsen – Alter. Es scheint ja auch keinen Zusammenhang mehr dazu zu geben. Es war ja von stiller Hand so eingefädelt.

Ein Mensch der sich von Außen lenken und leiten lässt.

Geborgenheit, Liebe und Nähe sind so wichtig, von Anfang an.  So wird aus einem winzigen Wesen voller Liebe ein Geschöpf, das sich der nie versiegenden Quelle der Liebe bedienen kann.  Das Paradies auf Erden ist geboren.

In Liebe ,

Gabriele Odenthal

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